Lizenz zum Gelddrucken oder Abzocke?
Zunächst lässt sich festhalten, dass diese Frage sehr differenziert beantwortet werden muss. Die Franchisebranche ist sehr komplex und vielfältig.
Festzuhalten ist, dass die Entwicklung für das Franchisesystem spricht. Der Stellenwert der Franchisebranche wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten eine immer größer werdende Bedeutung in der Gesamtwirtschaft einnehmen.
Die oft übliche Erwartung, dass man mit einer geringen Eintrittsgebühr hohe Gewinne und somit eine Lizenz zum Gelddrucken bekommt, lässt sich nicht bestätigen.
Scheinbar lässt sich ein Zusammenhang zwischen der Höhe der Eintrittsgebühr und der Überlebensrate feststellen. Dies spiegelt sich auch in den Einnahmen wieder.
Die Vermutung, dass in der Franchisebranche wenig gearbeitet werden muss, kann nur verneint werden. Es ist wie in jeder anderen Branche, wer etwas erreichen will muss hart dafür arbeiten. Es gibt Konkurrenz zwischen den einzelnen Franchisenehmern und auch die Region und ihre spezielle Kundschaft müssen betrachtet werden.
Richtig ist die Annahme, dass in manchen Franchisesystemen tatsächlich eine Lizenz zum Gelddrucken gegeben ist, wie beispielsweise McDonald’s zeigt. Dort ist es allerdings relativ schwer, Fuß zu fassen, da der Erhalt von Franchiselizenzen sich als sehr schwierig gestaltet.
Allerdings sprechen doch zahlreiche Vorteile für das Franchisesystem. Dem Franchisenehmer werden strategische Aufgaben, wie Preisvergleich und Qualitätsvergleich der zu verkaufenden Ware abgenommen. Durch den hohen Bekanntheitsgrad der Marke muss der Franchisenehmer nicht auch noch zeitraubende und kostspielige Dinge, wie Werbung und Forschung & Entwicklung, übernehmen.
Abschließend kann festgestellt werden, dass Franchising oftmals eine Lizenz zum Gelddrucken ist oder zumindest eine interessante Art der Selbstständigkeit darstellt. Es ist auf jeden Fall nicht auszuschließen, dass es ein Restrisiko gibt.
Auf jeden Fall bietet das Franchisesystem einen interessanten Ansatzpunkt um die pessimistische Gründungsmoral der deutschen Gesellschaft wieder zu bessern.